Die Kleist-WG in Frankfurt O.

 

Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft.

11.09.2011 DANIEL HEINZ

 

Ein Gang durch die Kleist-WG macht eines sofort spürbar. Man ist dem Dichter nicht nur auf den Fersen, man ist ihm nah, ja man kann schlicht in ihn eintreten. Denn gleich mehrere Räume gestatten den Zugang in Kleists Kopf. Gedankenwelten mit tanzenden Schattenfiguren der Kindheit, der Träume, der Visionen.  Traumbilder,  die seine Figuren wie den Richter Adam, die Penthesilea gebären, die durch die Wand in den nächsten Raum der Öffentlichkeit gelangen.

Die Öffentlichkeit nämlich, die wir heute kennen, Kleists Dramen, Briefe, Gedichte, Essays oder Anekdoten.

Doch genau das ist, was diese Ausstellung ermöglicht, Einblicke in das Innere des Menschen Kleist.

Ein junger Mann, Nomade, in seinen Gefühlen extrem, nach Anerkennung suchend und an der Gesellschaft aufreibend. Das für Kleist der Stuhl, auf dem er saß, zu klein war, um mit den großen Dichtern an der Tafel des Ruhmes seinerzeit mitzureden, findet grandiose Bildhaftigkeit in einem der ersten Räume der Ausstellung. Nicht zuletzt ein spürbar gemachtes Gefühl, dass sich durch sein junges aufregendes Leben gezogen haben muss. Ich bin froh darüber, die Ausstellung dieser Tage gesehen zu haben und ich danke den Machern derselben. Allen voran den Schülern, die mit oftmals einfachsten Mitteln Großes erzeugt haben, den Lehrern die ihre „Anvertrauten“ machen lassen haben und den Möglich-Machern und Initiatoren dieser Ausstellung! Chapeau!

 

Berlin, 11.09.2011

Daniel Heinz

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