»im sturm der großstadt - du«

 

05.01.2015 DANIEL HEINZ

 

ich trunken von wein stehe vor dir rauschendes leben
und nehme dein angebot an. mit offenen armen stehst du da
und lädst mich ein an deiner brust zu weilen.

erst langsam und zaghaft dann schneller und forsch,
lauf’ ich, um dir zu nahen.

mit jedem schritt des zweifels seh' ich mehr und mehr
deiner augen glanz und fühle, dass du es ernst meinst
mit mir, der hier taumelnd durch die strassen streunt.

ist es wahr, dass ausgerechnet du dort stehst und auf mich wartest?
wie oft sah ich dich eilen, gehetzt von all der tausend menschen schar,
die dich allein nur fassen, halten wollen.

und nun in all dem gewusel meinst du mich, ja wirklich mich?
weil ich frei von wunsch und plan gegangen bin?

es ist mir in den schoß gelegt zu hinterfragen,
doch all dies wischt dein lächeln mühlos fort.

ich glaube was ich sehe, ja -  das bist du.
um in deinen armen zu atmen, komm ich auf dich zu.
was mich erfüllt bist du.

die weite, die stille, die liebe - ein geschenk.

Für S.

 

26.12.2013 DANIEL HEINZ

 

Ein Stier läuft sich zur Mittagsstund'
auf der Wiese seine Hufen wund.
Wie ungewöhnlich finden hier
die Bauern ihr beleibtes Tier.

Er rennt 'ne Acht, fällt um, steht da,
dann weiter nur im Kreise
und das auf eine Weise,
die keiner von ihm jemals sah.

Mit dem Hinterteil trifft er die Latte,
die den Zaun gehalten hatte.
Der Weg nun frei, den Hügel rauf
kein andrer Stier kommt da hinauf.

Da seht, er folgt dem flatterhaften Ding,
im Sonnenlicht, wir können’s sehn
der Riese da! jetzt bleibt er stehn'
auf seinem Kopfe saß - ein Schmetterling.

 

Ein irdischer Gruß an M.

10.11..2013 DANIEL HEINZ

 

Vier Jahre waren es,

da dein Körper gebrochen

deine Seele gefangen

Im Bette lag.

 

Die Augen kalt,

die Haut erblasst,

Die Muskeln erschlafft.

Der Atem schwer.

 

Als würden sie das Leben

festhalten wollen,

verkrampften sich deine Finger

an der weißen Bettdecke.

 

Zwei Lenze ist es her,

Da du gegangen bist.

Aus dem Schatten in das Licht.

Aus der Stille in die Weite.

 

Auf meinem Foto aus der Vergangenheit

stehst du in den Dünen Portugals.

Dein Blick aufs Meer gerichtet.

 

Wie eine Statue trotzt du dem Wind

mit der Kraft der Hoffnung.

Träumst dich aus der Gegenwart

zu Utopia, die du liebst.

 

Sechsunddreißig wärest du heut'

geworden. Ein Trost.

Die Dünen im Wind gelegen,

erzählen noch immer von dir.

 

Und ich lausche neugierig,

mit dem Wissen, dich wieder zu sehen.

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